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Tauchgang gefällig? Das Rote Meer ruft

13. November 2025 · NT World Travel Redaktion

Tauchgang gefällig? Das Rote Meer ruft

Von Hurghadas Hausriffen bis zum legendären Blue Hole in Dahab: Wir zeigen die schönsten Tauchspots am Roten Meer und warum sich ein Abstecher dorthin perfekt mit einer Nilkreuzfahrt kombinieren lässt.

Wer an Ägypten denkt, denkt zuerst an Pyramiden, Tempel und den Nil. Dabei verbirgt sich unter der Wasseroberfläche des Roten Meeres eine zweite, mindestens genauso beeindruckende Welt, kilometerlange Korallenriffe, kristallklares Wasser und eine Artenvielfalt, die selbst erfahrene Taucher immer wieder ins Staunen bringt. Wer seine Ägyptenreise um ein paar Tage am Roten Meer erweitert, bekommt gleich zwei völlig unterschiedliche Seiten des Landes zu sehen.

Warum das Rote Meer so besonders ist

Kaum ein Gewässer weltweit bietet ganzjährig so verlässlich gute Tauchbedingungen. Die Wassertemperaturen schwanken je nach Jahreszeit zwischen etwa 22 Grad im Winter und knapp 30 Grad im Sommer, dazu kommt eine Sichtweite, die vielerorts 20 bis 30 Meter erreicht. Diese Kombination, zusammen mit der geschützten Lage des Roten Meeres, hat über Jahrtausende hinweg außergewöhnlich gesunde und artenreiche Korallenriffe wachsen lassen. Wer zum ersten Mal hier abtaucht, versteht schnell, warum das Rote Meer regelmäßig zu den besten Tauchrevieren der Welt gezählt wird.

Hurghada, der klassische Einstieg

Für viele beginnt die Begegnung mit dem Roten Meer in Hurghada, dem meistbesuchten Küstenort Ägyptens. Von hier aus lassen sich die Giftun Inseln und die Orange Bay bequem mit dem Boot erreichen, türkisfarbenes Wasser und bunte Riffe direkt am Ankerplatz. Auch El Fanadir, ein langgezogenes Riff nördlich der Stadt, gehört zu den beliebten Zielen, mit flachen Lagunen und Wänden, die bis auf 25 Meter abfallen, dort begegnet man häufig Blaupunktrochen und verschiedenen Muränenarten. Hurghada eignet sich besonders gut für Einsteiger, viele Hotels verfügen sogar über eigene Hausriffe, die man direkt vom Strand aus erreicht.

Sharm El Sheikh und der legendäre Ras Mohammed Nationalpark

Am südlichen Ende der Sinai Halbinsel liegt mit Sharm El Sheikh eines der bekanntesten Tauchziele Ägyptens. Der Ras Mohammed Nationalpark direkt vor der Stadt zählt zu den meistgerühmten Tauchspots weltweit, steil abfallende Riffwände, außergewöhnliche Sichtweiten und regelmäßige Begegnungen mit Barrakudas, Riesenmuränen und gelegentlich sogar Haien machen diesen Ort zu einem echten Höhepunkt. Nicht weit entfernt liegt die Straße von Tiran mit Spots wie Shark Reef, Yolanda Reef und Jackson Reef, wo starke Strömungen für außergewöhnlichen Nährstoffreichtum sorgen und entsprechend auch größere Meeresbewohner wie Hammerhaie und Grauhaie anzutreffen sind.

Marsa Alam, der Geheimtipp für Naturliebhaber

Wer es etwas ruhiger mag, sollte einen Blick auf Marsa Alam werfen, weiter südlich gelegen und touristisch deutlich weniger erschlossen als Hurghada oder Sharm El Sheikh. Die Bucht Abu Dabbab ist berühmt für ihre Population an Meeresschildkröten und gelegentlich sogar Dugongs, jenen scheuen Seekühen, die man nur an wenigen Orten der Welt beobachten kann. Etwas weiter draußen liegt das Elphinstone Reef, ein rund 600 Meter langes Riff mit zwei Plateaus, das vor allem für seine Haibegegnungen bekannt ist und erfahrenere Taucher anzieht.

Dahab, das Mekka für Entdecker und das berühmte Blue Hole

An der Ostküste des Sinai liegt mit Dahab ein Ort, der sich seinen entspannten, etwas alternativen Charme bis heute bewahrt hat. Berühmt ist vor allem das Blue Hole, ein tiefes, fast kreisrundes Loch im Riff, das zu den bekanntesten und zugleich anspruchsvollsten Tauchspots der Welt zählt. Für weniger erfahrene Taucher und Schnorchler bietet sich stattdessen das Lighthouse Reef an, mit ruhigerem Wasser und ebenso beeindruckender Unterwasserwelt.

Ein Schiffswrack mit eigener Geschichte

Wer sich für Wracktauchen interessiert, kommt an der SS Thistlegorm kaum vorbei. Das britische Frachtschiff wurde 1941 auf dem Weg von Glasgow nach Alexandria von der deutschen Luftwaffe versenkt und liegt seither vor der Südspitze des Sinai in rund 30 Metern Tiefe. In den 1950er Jahren wurde es von Jacques Cousteau wiederentdeckt, heute ist es von Korallen überwachsen und beherbergt neben zahlreichen Fischschwärmen noch immer seine ursprüngliche Fracht, Motorräder, Lastwagen, sogar eine komplette Dampflokomotive liegen bis heute an Deck und in den Laderäumen. Tauchschulen aus Sharm El Sheikh und Hurghada bieten regelmäßig Ausflüge zu diesem außergewöhnlichen Unterwasserdenkmal an.

Für wen sich das Rote Meer eignet

Das Schöne am Roten Meer ist seine Vielseitigkeit. Einsteiger finden in Hurghada und an vielen Hausriffen sanfte, gut zugängliche Spots, erfahrene Taucher können sich in der Straße von Tiran, am Elphinstone Reef oder im Blue Hole von Dahab an anspruchsvolleren Bedingungen versuchen. Auch reine Schnorchler kommen überall voll auf ihre Kosten, viele der schönsten Riffe liegen nur wenige Meter unter der Oberfläche und lassen sich ganz ohne Tauchausrüstung erkunden.

Der perfekte Abschluss einer Ägyptenreise

Für viele, die zuvor auf einer Nilkreuzfahrt durch Luxor und Assuan gereist sind, ist ein Abstecher ans Rote Meer der perfekte Kontrast zum Ende der Reise, nach Tempeln und Geschichte folgt Entspannung am Strand und eine völlig andere, aber ebenso faszinierende Naturwelt unter Wasser. Wer beides miteinander verbindet, bekommt am Ende ein deutlich vollständigeres Bild von dem, was Ägypten zu bieten hat, als nur die Wüste und den Fluss.

Ihr wollt eure Nilkreuzfahrt mit ein paar Tagen am Roten Meer verlängern? Wir stellen euch gerne die passende Kombination aus Kultur und Entspannung zusammen.

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