
Auf einem Nilkreuzfahrtschiff unterscheiden sich Standardkabinen meist nicht durch ihre Ausstattung, sondern vor allem durch ihre Lage. Ein höheres Deck bedeutet daher nicht automatisch eine größere oder luxuriösere Kabine.
Bei der Buchung einer Nilkreuzfahrt begegnen Gästen Bezeichnungen wie Nildeck, Mitteldeck und Oberdeck. Schnell entsteht der Eindruck, es handele sich dabei um unterschiedliche Kabinenklassen. In der Praxis ist der Unterschied wesentlich einfacher: Meist geht es lediglich darum, auf welcher Etage des Schiffes sich die Kabine befindet.
Vergleichen lässt sich das mit einem Hotel. Ein Zimmer in der vierten Etage ist nicht zwangsläufig besser eingerichtet als ein gleiches Zimmer in der ersten Etage. Es liegt nur höher und bietet dadurch einen etwas anderen Blick.
Außenkabinen auf allen Decks
Die von Niltours und NT World Travel eingesetzten Nilkreuzfahrtschiffe verfügen über Außenkabinen. Jede Kabine besitzt somit ein Fenster mit Blick nach draußen.
Die Standardkabinen eines Schiffes sind üblicherweise ähnlich groß und gleich oder vergleichbar ausgestattet. Zum normalen Komfort gehören je nach Schiff beispielsweise:
* Dusche oder Bad und WC
* individuell regulierbare Klimaanlage
* Fernseher
* Telefon
* Safe
* Minikühlschrank oder Minibar
* Föhn
Die konkrete Gestaltung unterscheidet sich von Schiff zu Schiff. Innerhalb desselben Schiffes bleibt die Ausstattung der Standardkabinen auf den verschiedenen Decks jedoch meist weitgehend gleich.
Das Nildeck: näher am Wasser
Das Nildeck ist das unterste Deck mit Gästekabinen. Die Fenster befinden sich dennoch oberhalb der Wasserlinie, bei den von uns eingesetzten Schiffen ungefähr zwei Meter über dem Wasserspiegel.
Von hier aus erlebt man den Nil aus einer ungewöhnlich nahen Perspektive. Das Wasser, kleine Boote und die Uferlandschaft ziehen beinahe auf Augenhöhe vorbei. Die Kabine ist nicht weniger komfortabel, nur weil sie weiter unten liegt.
Je nach Bauweise lassen sich die Fenster aus Sicherheitsgründen nicht öffnen. Auch technische Bereiche können sich in der Nähe befinden. Ob Geräusche oder leichte Vibrationen wahrnehmbar sind, hängt jedoch stärker von der genauen Kabinenposition und dem jeweiligen Schiff ab als allein von der Bezeichnung Nildeck.
Der Preisvorteil macht diese Lage für Gäste interessant, die ihre Kabine hauptsächlich zum Schlafen und Umziehen nutzen. Die schönsten Ausblicke genießt man während der Fahrt ohnehin vom Sonnendeck.
Das Mitteldeck: die klassische Zwischenlage
Das Mitteldeck liegt eine oder mehrere Etagen höher. Der Blickwinkel auf den Fluss verändert sich leicht, ohne dass daraus automatisch eine andere Kabinenausstattung entsteht.
Viele Reisende empfinden diese Lage als angenehmen Mittelweg. Sie wohnen höher als auf dem Nildeck, müssen aber keinen Oberdeckzuschlag bezahlen. Auch die Wege zu Restaurant, Lounge oder Sonnendeck können je nach Aufbau des Schiffes günstig sein.
Eine allgemeine Aussage, das Mitteldeck sei immer ruhiger, wäre dennoch nicht richtig. Befindet sich eine Kabine beispielsweise in der Nähe der Treppe, des Restaurants oder der Lounge, kann ihre konkrete Position wichtiger sein als die Etage.
Das Oberdeck: höherer Blick, gleiche Kabine
Eine Oberdeckkabine befindet sich auf einem der oberen Passagierdecks. Ihr Vorteil liegt vor allem in der erhöhten Lage und dem etwas freieren Blick über den Nil.
Der Aufpreis bezieht sich bei unseren klassischen Nilkreuzfahrtschiffen grundsätzlich auf die Position innerhalb des Schiffes. Er bedeutet nicht, dass die Standardkabine größer, moderner oder hochwertiger eingerichtet ist.
Wer gern aus einer höheren Perspektive auf die Uferlandschaft blickt oder möglichst nah am Sonnendeck wohnen möchte, kann den Zuschlag dennoch als sinnvoll empfinden. Andere Gäste verbringen nur wenig Zeit am Kabinenfenster und investieren das Geld lieber in einen zusätzlichen Ausflug.
Oberdeck ist nicht gleich Suite
Die Decklage und die Kabinenkategorie sollten nicht miteinander verwechselt werden. Eine Suite kann tatsächlich mehr Platz, ein größeres Bett oder einen zusätzlichen Wohnbereich bieten. Eine gewöhnliche Oberdeckkabine bleibt dagegen eine Standardkabine auf einer höheren Etage.
Entscheidend ist deshalb die genaue Bezeichnung in der jeweiligen Reise- oder Schiffsbeschreibung:
* Deckzuschlag: andere Etage, normalerweise gleiche Standardkabine
* Kabinenupgrade: möglicherweise größere oder anders ausgestattete Kabine
* Suite: eigene Kategorie mit zusätzlichen Merkmalen
Wer besonderen Wert auf mehr Wohnfläche oder ein bestimmtes Bett legt, sollte daher nicht nur das Deck, sondern ausdrücklich die Kabinenart prüfen.
Kann man die rechte oder linke Schiffsseite wählen?
Auf dem Nil gibt es keine dauerhaft bessere Seite. Das Schiff fährt je nach Reiseverlauf flussaufwärts oder flussabwärts, legt an unterschiedlichen Ufern an und kann während der Liegezeiten neben anderen Schiffen festmachen.
Selbst eine Kabine mit schönem Blick kann im Hafen zeitweise einem benachbarten Schiff gegenüberliegen. Das ist bei Nilkreuzfahrten üblich, da mehrere Schiffe häufig nebeneinander anlegen. Während der Fahrt öffnet sich der Blick anschließend wieder auf den Fluss und die Landschaft.
Eine feste Empfehlung für Backbord oder Steuerbord wäre deshalb wenig sinnvoll.
Wichtiger als das Deck: die persönliche Erwartung
Für die meisten Gäste hat die Decklage weniger Einfluss auf das Reiseerlebnis, als vor der Buchung vermutet wird. Das Leben an Bord findet überwiegend im Restaurant, in der Lounge und vor allem auf dem Sonnendeck statt. Hinzu kommen die täglichen Besichtigungen an Land.
Das Nildeck ist eine vernünftige Wahl für preisbewusste Reisende. Das Mitteldeck bietet eine etwas höhere Lage, während das Oberdeck vor allem wegen des Blickwinkels und der Nähe zum Sonnendeck gewählt wird.
Keine dieser Möglichkeiten ist grundsätzlich schlecht. Es handelt sich in erster Linie um verschiedene Etagen desselben schwimmenden Hotels.
Was geschieht, wenn das gebuchte Deck nicht verfügbar ist?
Nilkreuzfahrtschiffe verkehren nach festgelegten Fahrplänen, und die endgültige Schiffszuteilung richtet sich auch nach der jeweiligen Verfügbarkeit. In seltenen Fällen kann eine bestätigte Decklage auf dem tatsächlich eingesetzten Schiff nicht bereitgestellt werden.
Wurde für das Mittel- oder Oberdeck ein Zuschlag bezahlt und kann diese Lage nicht zur Verfügung gestellt werden, wird der entsprechende Deckzuschlag erstattet.
So bezahlt der Gast nur für die Decklage, die er tatsächlich erhält.
Sie planen Ihre Ägyptenreise?Wir beraten Sie persönlich und finden die passende Kombination.
Zu unseren Reisen