Weit weg vom Nil liegen mit der Weißen und Schwarzen Wüste zwei der ungewöhnlichsten Landschaften Ägyptens, bizarre Kalksteinformationen treffen hier auf schwarze Vulkanhügel und einen atemberaubenden Sternenhimmel.
Wer bei Ägypten an Wüste denkt, hat meist gelbe Dünen und flirrende Hitze vor Augen. Wer jedoch tiefer ins Landesinnere fährt, weit weg vom Nil, entdeckt eine völlig andere Seite dieser Landschaft. Zwischen bizarren weißen Kalksteinformationen und schwarzen Vulkanhügeln liegt eine Gegend, die eher an eine andere Welt erinnert als an das Ägypten aus dem Reiseführer.
Eine Landschaft, die einmal Meeresboden war
Die Weiße Wüste liegt in der Libyschen Wüste, rund 420 Kilometer südwestlich von Kairo, nahe der kleinen Oase Farafra. Was heute wie eine surreale Kunstinstallation aus Kreide wirkt, war vor rund achtzig Millionen Jahren tatsächlich Meeresboden. Damals bedeckte ein flaches Meer diese Region, und über Jahrmillionen lagerten sich hier winzige Planktonreste ab, die im Laufe der Zeit zu Kalkstein verhärteten. Als sich das Meer schließlich zurückzog, blieb eine gewaltige Kalksteinfläche übrig, die Wind, Sand und extreme Temperaturschwankungen anschließend über Jahrtausende hinweg zu ihren heutigen, eigenwilligen Formen schliffen.
Felsen, die aussehen wie Pilze, Hühner und Sphinxköpfe
Das Ergebnis dieser Erosion ist eine Landschaft voller Formationen, die der Fantasie freien Lauf lassen. Manche Felsen erinnern an riesige Pilze, andere an ein Huhn, das unter einem Baum sitzt, wieder andere an einen Sphinxkopf, der aus dem Sand ragt. Zu den bekanntesten Formationen zählen das sogenannte Doppeltor, ein natürliches Felsentor aus zwei aufragenden Kalksteinsäulen, sowie ein markanter Fels, der wegen seiner Form gerne als Finger Gottes bezeichnet wird. Seit 2002 steht die Region als Nationalpark unter Schutz, auf einer Fläche von über dreitausend Quadratkilometern sorgen seit 2008 zudem Park Ranger dafür, dass die einzigartige Landschaft erhalten bleibt.
Besonders eindrucksvoll wird die Weiße Wüste bei Sonnenuntergang, wenn sich die Kalksteinfelsen von strahlendem Weiß über Rosa bis zu tiefem Orange verfärben. Wer die Nacht direkt zwischen den Felsen verbringt, campiert unter einem der klarsten Sternenhimmel, die Ägypten zu bieten hat, ganz ohne Lichtverschmutzung, dafür mit einem Blick auf die Milchstraße, der viele Besucher sprachlos zurücklässt.
Die Schwarze Wüste, ein völliger Kontrast
Nur eine Autostunde entfernt, näher an der Oase Bahariya, liegt mit der Schwarzen Wüste ein völliges Gegenstück zu ihrer weißen Nachbarin. Hier entstand die Landschaft nicht durch Meeresablagerungen, sondern durch vulkanische Aktivität, kleine, kegelförmige Hügel aus dunklem Vulkangestein und Eisenoxid ragen aus dem sandigen Boden und überziehen weite Flächen mit einer feinen, schwarzen Schicht. Vom Gipfel des Jebel El Marsous aus, einem der höchsten Punkte der Region, reicht der Blick über ein Meer aus schwarzen Hügeln, die sich bis zum Horizont erstrecken, ein Anblick, der fast unwirklich wirkt.
Bahariya, die Oase zwischen den beiden Wüsten
Ausgangspunkt für Touren in beide Wüsten ist meist die Oase Bahariya, die schon zu pharaonischer Zeit als wichtiges landwirtschaftliches Zentrum galt und später von ihrer Lage an alten Karawanenrouten profitierte. Bekannt wurde die Oase vor allem durch einen spektakulären Fund im Jahr 1996, als Archäologen hier das sogenannte Tal der Goldenen Mumien entdeckten, mit rund zweihundertfünfzig Mumien aus griechisch römischer Zeit. Neben Geschichte bietet Bahariya zudem heiße und kalte Quellen, in denen sich viele Besucher nach einem staubigen Wüstentag gerne erfrischen.
Ein Ausflug für alle, die Ägypten anders erleben wollen
Wer nach den großen Tempeln und dem Nil noch etwas völlig anderes sucht, findet in der Weißen und Schwarzen Wüste eine der ungewöhnlichsten Landschaften des ganzen Landes. Weiche, fast mondartige Kalksteinformationen treffen hier auf schwarze Vulkanhügel, dazwischen liegt eine Oase mit jahrtausendealter Geschichte, und über allem spannt sich nachts einer der eindrucksvollsten Sternenhimmel, den man sich vorstellen kann.
Ihr wollt selbst einmal zwischen außergewöhnlichen Kalksteinformationen campieren und einen atemberaubenden Sternenhimmel erleben? Fragt uns gerne nach einer Tour in die Weiße und Schwarze Wüste. Euer NT World Travel Teams organisiert euch gerne diesen Ausflug passend zu eurer Ägyptenreise.
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