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Nachtwanderung zum Mosesberg, dem heiligsten Gipfel des Sinai

25. September 2026 · NT World Travel Redaktion

Nachtwanderung zum Mosesberg, dem heiligsten Gipfel des Sinai

Ein nächtlicher Aufstieg auf den Mosesberg im Sinai, verbunden mit einem Besuch des uralten Katharinenklosters. Ein Ausflug für alle, die einen der eindrucksvollsten Sonnenaufgänge Ägyptens und ein Stück biblische Geschichte hautnah erleben wollen.

Es gibt Ausflüge, die klingen auf dem Papier anstrengend, und genau deshalb werden sie am Ende zu den unvergesslichsten Erlebnissen einer ganzen Reise. Der nächtliche Aufstieg auf den Mosesberg im südlichen Sinai gehört zweifellos dazu. Wer sich mitten in der Nacht von Sharm El Sheikh aus auf den Weg macht, tauscht ein paar Stunden Schlaf gegen einen der eindrücklichsten Sonnenaufgänge, die Ägypten zu bieten hat, an einem Ort, der für drei Weltreligionen zu den heiligsten überhaupt zählt.

Ein Berg mit biblischer Bedeutung

Der Mosesberg, auf Arabisch Jabal Musa, liegt im südlichen Teil der Sinai Halbinsel und erhebt sich auf eine Höhe von rund 2285 Metern. Der biblischen Überlieferung nach soll genau hier der Prophet Moses von Gott die Zehn Gebote empfangen haben, weshalb der Berg sowohl im Judentum, im Christentum als auch im Islam als heilige Stätte gilt. Diese religiöse Bedeutung spürt man während der gesamten Tour, sie zieht seit Jahrhunderten Pilger aus aller Welt an, heute mischen sich diese mit Reisenden, die vor allem wegen der grandiosen Aussicht kommen, wobei sich beide Motivationen am Gipfel meist zu einem gemeinsamen, stillen Staunen verbinden.

Die Nacht, die zum eigentlichen Abenteuer wird

Von Sharm El Sheikh aus dauert die Anfahrt zum Fuß des Berges rund drei Stunden, die meisten Touren starten daher bereits am späten Abend, oft gegen 20 Uhr, damit der eigentliche Aufstieg gegen ein oder zwei Uhr nachts beginnen kann. Für den Weg nach oben gibt es zwei Möglichkeiten: den etwas längeren, dafür flacheren Kamelpfad, der sich in weiten Serpentinen den Berg hinaufzieht, oder die deutlich steileren Stufen der Reue, eine direktere, aber körperlich anspruchsvollere Route. Wer nicht die gesamte Strecke laufen möchte, kann einen Teil des Kamelpfads sogar tatsächlich auf dem Rücken eines Kamels zurücklegen, die letzten Stufen zum Gipfel müssen jedoch in jedem Fall zu Fuß bewältigt werden.

Der gesamte Aufstieg dauert je nach Tempo und gewähltem Weg zwischen zwei und dreieinhalb Stunden. Wer in mondloser Nacht loszieht, sollte definitiv eine Stirnlampe einpacken, der Pfad ist zwar gut ausgetreten, aber in völliger Dunkelheit dennoch anspruchsvoll. Begleitet wird man dabei üblicherweise von einem lokalen Beduinenführer, der den Weg im Dunkeln sicher kennt und unterwegs häufig kleine Rastmöglichkeiten anbietet, an denen sich Tee oder kleine Snacks kaufen lassen, eine willkommene Stärkung für die letzten Meter.

Sonnenaufgang auf 2285 Metern

Am Gipfel angekommen, wird meist noch eine Weile in der Kälte gewartet, gerade in den frühen Morgenstunden kann es auf dieser Höhe deutlich kühler sein als unten am Roten Meer, im Winter fällt hier sogar gelegentlich Schnee. Eine warme Jacke gehört daher unbedingt ins Gepäck, so mancher Besucher unterschätzt diesen Temperaturunterschied. Wer sich rechtzeitig einen guten Platz gesichert hat, wird dafür mit einem Panorama belohnt, das sich kaum in Worte fassen lässt, Berggipfel so weit das Auge reicht, während sich der Himmel langsam von tiefem Dunkelblau über Orange bis zu strahlendem Gold verfärbt.

Direkt auf dem Gipfel selbst befinden sich zudem eine kleine Moschee aus dem 12. Jahrhundert sowie eine Kapelle, die 1934 auf den Fundamenten einer noch älteren Basilika aus dem 6. Jahrhundert errichtet wurde, ein weiterer Beleg dafür, wie lange dieser Ort schon als heilig gilt.

Das Katharinenkloster, ein Ziel für sich

Nach dem etwa zweistündigen Abstieg wartet mit dem Katharinenkloster ein weiterer Höhepunkt der Tour. Das im 6. Jahrhundert unter Kaiser Justinian errichtete Kloster gilt als eines der ältesten noch aktiven christlichen Klöster der Welt und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Im Inneren erwarten Besucher eine eindrucksvolle Ikonensammlung, wertvolle alte Manuskripte in der klostereigenen Bibliothek sowie die berühmte Verklärungsmosaik in der Hauptkirche. Unmittelbar daneben wächst zudem ein Strauch, der der Überlieferung nach als direkter Nachfahre des brennenden Dornbuschs aus der biblischen Erzählung gilt, an dem Gott erstmals zu Moses gesprochen haben soll.

Wichtig für die Planung: Das Kloster hat vergleichsweise kurze und strikte Öffnungszeiten, meist nur zwischen etwa 9 und 12 Uhr, freitags, sonntags sowie an koptischen Feiertagen bleibt es komplett geschlossen. Wer die Kombination aus Sonnenaufgang und Klosterbesuch erleben möchte, sollte sich daher unbedingt vorab über die aktuellen Zeiten informieren.

Wer diesen Ausflug wagen sollte

Der nächtliche Aufstieg auf den Mosesberg ist definitiv kein Spaziergang, gefragt sind eine gewisse Grundkondition, festes Schuhwerk und die Bereitschaft, eine durchwachte Nacht in Kauf zu nehmen. Für alle, die das nicht scheuen, wartet dafür eine der intensivsten Erfahrungen, die eine Ägyptenreise zu bieten hat, eine Mischung aus körperlicher Anstrengung, religiöser Geschichte und einem Sonnenaufgang, der einem noch lange in Erinnerung bleibt.

Ihr wollt selbst einmal mitten in der Nacht auf den Spuren Moses' den Gipfel des Sinai erklimmen? Fragt uns gerne nach diesem Ausflug ab Sharm El Sheikh, wir organisieren euch gerne den passenden Termin während eures Aufenthalts.

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