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Kitchener Island, ein Pflanzenparadies mitten im Fluss

09. September 2026 · NT World Travel Redaktion

Kitchener Island, ein Pflanzenparadies mitten im Fluss

2000 Pflanzenarten aus aller Welt, mitten im Nil bei Assuan, erreichbar nur per Feluke: Wir zeigen die Geschichte hinter Kitchener Island und warum die Bootsfahrt dorthin fast so schön ist wie der Garten selbst.

Mitten im Nil bei Assuan liegt eine kleine Insel, die so gar nicht ins übliche Bild Ägyptens passen will. Statt Sand und Tempeln erwarten euch hier dichtes Grün, exotische Bäume aus aller Welt und ein Rauschen von Blättern statt Wüstenwind. Der Botanische Garten von Assuan, besser bekannt als Kitchener Island, ist eine der ungewöhnlichsten und zugleich schönsten Stationen einer Nilkreuzfahrt, und der Weg dorthin gehört fast genauso zum Erlebnis wie die Insel selbst.

Ein General mit einer ungewöhnlichen Leidenschaft

Benannt ist die Insel nach Lord Horatio Herbert Kitchener, einem britischen Feldmarschall, der zwischen 1892 und 1899 Oberbefehlshaber der ägyptischen Armee war und später, zwischen 1911 und 1914, als britischer Generalkonsul in Ägypten diente. Als Dank für seine militärischen Verdienste erhielt er die kleine Nilinsel als Geschenk, damals noch eine karge, wenig einladende Fläche. Was folgte, überraschte selbst seine Zeitgenossen: Statt die Insel einfach nur zu besitzen, verwandelte sich Kitchener zu einem leidenschaftlichen Pflanzensammler. Er ließ sich Samen, Stecklinge und ganze Setzlinge aus den entlegensten Ecken der Welt schicken, aus Afrika, Asien und dem Fernen Osten, und verwandelte die einst öde Insel Stück für Stück in ein dichtes, exotisches Pflanzenparadies, bewässert mit dem Wasser des Nils.

Ein Garten wie ein kleiner Kontinent

Heute, weit über hundert Jahre später, ist aus Kitcheners privater Leidenschaft der offizielle Botanische Garten von Assuan geworden, auf Arabisch treffend Geziret an-Nabatat, die Insel der Pflanzen genannt. Auf rund 6,5 Hektar Fläche wachsen hier bis zu 2000 verschiedene Pflanzenarten, ein Sammelsurium, das seinesgleichen sucht: üppige Mangobäume, edles Mahagoni, duftende Muskatnussbäume, stachelbewehrte Drachenbäume, hohe Königspalmen und robuste Kakteen wachsen hier dicht an dicht. Wer im Frühsommer zu Besuch kommt, wird zusätzlich von leuchtend blühenden Bougainvilleen empfangen, ein Farbenspiel, das mit der kargen Wüste am gegenüberliegenden Nilufer einen faszinierenden Kontrast bildet.

Durch die gesamte Insel führt ein übersichtliches Wegenetz, sodass sich der Garten bequem zu Fuß erkunden lässt. Wer die ganze Insel sehen möchte, ohne mehrfach denselben Weg zu laufen, betritt sie am besten am Haupteingang im Norden und spaziert einmal in Ruhe bis zum südlichen Ende durch, ein entspannter Spaziergang durch üppiges Grün, begleitet vom Zwitschern zahlreicher Vögel, die hier ebenfalls ein kleines Paradies gefunden haben.

Die Feluke, mehr als nur ein Transportmittel

Was die Insel zusätzlich zu einem besonderen Erlebnis macht, ist die Art, wie man sie erreicht. Eine Brücke gibt es nicht, wer auf die Insel möchte, kommt nur mit dem Boot dorthin, entweder mit einem kleinen Motorboot oder, deutlich stimmungsvoller, mit einer traditionellen Feluke, dem klassischen Segelboot des Nils. Diese schlanken, mit einem einzigen großen Dreieckssegel ausgestatteten Boote prägen das Bild des Flusses bei Assuan seit Jahrhunderten und sorgen für einige der schönsten Fotomotive der gesamten Reise.

Die Fahrt selbst, meist am späten Nachmittag unternommen, wird für viele Besucher zu einem Highlight für sich. Während die Feluke gemächlich über das Wasser gleitet, vorbei an der benachbarten Insel Elephantine und mit Blick auf die Skyline Assuans, lässt sich der Alltag der Stadt vom Wasser aus auf ganz neue Weise beobachten. Wer clever plant, lässt sich am südlichen Ende der Insel wieder von seiner Feluke abholen, nachdem er den Garten einmal in voller Länge durchquert hat, und rundet die Erkundung so mit einer entspannten Fahrt bei goldenem Licht ab, idealerweise passend zum Sonnenuntergang über dem Nil.

Ein grüner Kontrastpunkt auf eurer Reise

Nach Tagen zwischen Tempeln, Sand und pharaonischer Geschichte bietet Kitchener Island eine willkommene Abwechslung, ruhig, grün und angenehm unaufgeregt. Der Kontrast zwischen dem satten Grün der Insel und der kargen Wüstenlandschaft am gegenüberliegenden Ufer macht dabei besonders eindrücklich klar, wie sehr das gesamte Land vom Wasser des Nils abhängt, ein Prinzip, das sich hier auf kleinstem Raum wie im Zeitraffer besichtigen lässt.

Ihr wollt selbst einmal mit einer Feluke über den Nil gleiten und durch ein Pflanzenparadies mitten im Fluss spazieren? Wir bieten einen Besuch der Kitchener Island gerne als Ausflug während eures Aufenthalts in Assuan an, sprecht uns einfach darauf an.

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