Umm Ali ist Ägyptens beliebtester Nachtisch: warmer Pudding mit Blätterteig, Nüssen und Kokos. Wir erzählen die Legenden zum Namen und zeigen ein einfaches Rezept für zu Hause.
Wer in Ägypten nach einem Dessert fragt, bekommt sehr oft dieselbe Antwort: Umm Ali. Warm, cremig, knusprig obenauf und voller Nüsse, so kommt der ägyptische Brotpudding in einer Schale auf den Tisch. Man findet ihn im Hotelbuffet genauso wie im kleinen Restaurant am Nil, und er schmeckt einfach nach Urlaub. Zum Glück ist er auch zu Hause leicht gemacht. Hier erfahrt ihr, woher der Name kommt, und bekommt ein Rezept zum Nachkochen.
Was ist Umm Ali?
Umm Ali bedeutet auf Arabisch Mutter von Ali. Das Dessert besteht aus Gebäck, das mit heißer Milch übergossen und mit Nüssen, Kokos und Rosinen im Ofen überbacken wird. Man liest es auch als Om Ali oder Oum Ali, je nachdem, wie der arabische Name in lateinische Buchstaben übertragen wird. Gegessen wird es warm aus der Schale, am liebsten mit einem Löffel, mit dem man ein bisschen von allem erwischt.
Zwei Geschichten, ein Dessert
Wie das Dessert zu seinem Namen kam, darüber gibt es mehrere Erzählungen, und keine davon ist historisch gesichert. Eine Version führt ins 13. Jahrhundert: Nach dem Tod von Sultan Aybak soll seine erste Frau, Umm Ali, aus Freude über den Sturz der Rivalin Schagar ad Durr ein Festessen aus Vorräten zubereiten lassen. Dass die Geschichte so düster beginnt, muss man ihr nicht abnehmen. Eine freundlichere Variante erzählt von einem Sultan, der auf einer Jagd am Nil unerwartet Hunger bekam. Eine Dorfbewohnerin namens Umm Ali habe aus altem Brot, Nüssen, Trockenfrüchten und Kokos einen Pudding gezaubert, der den Herrscher so begeisterte, dass er ihn in die Palastküche brachte.
Welche Geschichte stimmt, lässt sich nicht sagen. Das Blätterteiggebäck, das heute oft verwendet wird, ist ohnehin eine moderne Zutat. Früher nahm man übrig gebliebenes Brot.
Das Rezept
Für 8 bis 10 Portionen
Zutaten
- 1 Packung Blätterteig, ca. 450 g
Zubereitung
1. Den Blätterteig am Vortag im Kühlschrank auftauen lassen.
2. Den Ofen auf 200 Grad Ober und Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
3. Den Blätterteig auf das Blech legen und etwa 10 bis 12 Minuten backen, bis er aufgegangen und leicht goldbraun ist. Kurz abkühlen lassen.
4. Etwa drei Viertel des Teigs in grobe Stücke reißen und am Boden einer Auflaufform von ca. 23 mal 33 Zentimetern verteilen. Haselnüsse, Mandeln, Pistazien, Kokos und Rosinen darüberstreuen.
5. Milch, Zucker und Vanille in einem Topf erhitzen, bis der Zucker gelöst ist und die Milch leicht köchelt, das dauert etwa 3 Minuten. Über Teig und Nüsse gießen.
6. Den restlichen Blätterteig als Deckel darauflegen und mit einem Löffel leicht andrücken.
7. Die Sahne steif schlagen, auf dem Teig verstreichen und mit dem braunen Zucker bestreuen.
8. Die Form unter den Backofengrill schieben und 3 bis 6 Minuten überbacken, bis die Oberfläche goldbraun ist. Dabei im Auge behalten, denn die Sahne bräunt schnell.
9. Kurz ruhen lassen und in Schalen servieren, denn etwas Flüssigkeit gehört dazu.
Reste halten sich abgedeckt im Kühlschrank bis zu drei Tage.
Varianten und Tipps
Typisch sind ein Hauch Zimt oder Kardamom. Statt Vanille passt auch ein Spritzer Rosenwasser oder Orangenblütenwasser, die dem Dessert ein orientalisches Aroma geben. Wer mag, nimmt Walnüsse oder Pekannüsse statt eines Teils der Nüsse und getrocknete Aprikosen oder Kirschen statt der Rosinen. Eine zweite, einfachere Version nutzt gezuckerte Kondensmilch und Halb und Halb Sahne statt Vollmilch, Zucker und Schlagsahne, dann kommt der Pudding ohne zusätzlichen Zucker aus und wird etwa 30 Minuten bei 200 Grad gebacken, bis die Oberfläche federt.
Serviert wird Umm Ali am besten warm, aber auch kalt schmeckt er. In Ägypten gehört er zu Festen und zu gemütlichen Abenden, und er ist ein Dessert, das man gern mit der ganzen Familie teilt.
Wenn ihr Ägypten selbst schmecken wollt: Auf einer Reise mit NT World Travel begegnet euch Umm Ali sicher bald auf einem Buffet oder in einem Restaurant am Nil. Bis dahin bringt dieses Rezept ein Stück Urlaub in eure Küche.
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