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Weihnachten am 7. Januar: So feiern die Kopten in Ägypten

26. Oktober 2026 · NT World Travel Redaktion

Weihnachten am 7. Januar: So feiern die Kopten in Ägypten

In Ägypten feiern die Kopten Weihnachten am 7. Januar. Wir erklären den Grund, das 43 tägige Fasten, die Christmette und die typischen Speisen, und geben Tipps für Reisende.

Während bei uns die Weihnachtsbäume längst abgeschmückt werden, beginnt in Ägypten für viele Christen das Fest erst. Am 7. Januar feiert die koptisch orthodoxe Kirche die Geburt Jesu, mit überfüllten Kirchen, einem gemeinsamen Festessen und einem Land, das an diesem Tag ein wenig zur Ruhe kommt. Wer im Januar in Ägypten unterwegs ist, erlebt eine Tradition, die viel älter ist als unser Weihnachtsfest in seiner heutigen Form.

Warum Weihnachten am 7. Januar gefeiert wird

Der Grund liegt im Kalender. Die koptische Kirche richtet sich nach dem Julianischen Kalender, der dem Gregorianischen um 13 Tage hinterherhinkt. Wenn wir den 25. Dezember feiern, ist das im kirchlichen Kalender der Kopten also noch nicht der Fall. Dort fällt der 25. Dezember auf unseren 7. Januar. Der Unterschied hat nichts mit unterschiedlichen Glaubensinhalten zu tun, sondern allein mit der Zeitrechnung.

Die Kopten sind die größte christliche Gemeinschaft Ägyptens. Die koptisch orthodoxe Kirche zählt weltweit rund 25 Millionen Mitglieder, ihr Oberhaupt ist Papst Tawadros II., der 118. Papst von Alexandria. Das Christentum kam der Überlieferung nach schon im ersten Jahrhundert nach Ägypten, und die koptische Kirche versteht sich als eine der ältesten der Welt. Seit 2002 ist der 7. Januar in Ägypten auch ein offizieller Feiertag.

43 Tage Fasten vorab

Dem Fest geht eine lange Vorbereitung voraus. Rund 43 Tage fasten gläubige Kopten vor Weihnachten. Sie verzichten dabei auf Fleisch, Eier und Milchprodukte, Fisch und pflanzliche Speisen sind erlaubt. Wie streng das gehandhabt wird, ist unterschiedlich, die Kirche lässt gewisse Flexibilität zu. Besonders fromme Gläubige essen an manchen Tagen sogar von Mitternacht bis zum Nachmittag gar nichts. Geschätzt halten sich mehr als neunzig Prozent der orthodoxen Kopten an das Weihnachtsfasten.

Der koptische Monat Kiahk, der ungefähr vom 10. Dezember bis zum 7. Januar dauert, ist außerdem der Monat der Gebete und Lieder. In dieser Zeit gehen viele Familien besonders oft in die Kirche.

Die Christmette am 6. Januar

Am Abend des 6. Januar füllen sich die Kirchen im ganzen Land. Gegen 18 Uhr beginnen die Gebete, die Messe zieht sich bis nach Mitternacht. Hunderttausende Gläubige besuchen die Gottesdienste, manche reisen weit, um ihre Kirche oder die Messe des Papstes zu erreichen. In den vergangenen Jahren fand die große Weihnachtsmesse des Papstes in der Kathedrale der Geburt Christi in der Neuen Verwaltungshauptstadt statt.

Für Besucher fällt auf, wie festlich und zugleich vertraut es in den Kirchen zugeht. Männer sitzen traditionell links und Frauen rechts, viele Frauen tragen ein Kopftuch, auch wenn es nicht vorgeschrieben ist. Weil die Kirchen meist übervoll sind, mischt sich das Bild oft ohnehin. Beim Gebet küssen viele ihre Hände, eine kleine Geste des Dankes.

Das Festessen danach

Nach der Messe wird gegessen, und zwar etwas Leichtes, weil der Körper erst wieder an Fleisch und Eier gewöhnt werden soll. Typisch ist Fatta, ein Gericht aus geröstetem Brot, Reis und Fleisch in Brühe, dazu gibt es oft gekochte Eier und Käse. Am Weihnachtstag selbst folgt das große Mittagessen mit der erweiterten Familie, nicht selten im Haus des ältesten Familienmitglieds. Auf dem Tisch stehen häufig Brathähnchen und Makkaroni in Béchamelsauce. Ein fester Begleiter sind außerdem Kahk, die zarten Gebäckkringel, die in Ägypten zu vielen Festen gehören.

Dazu kommen neue Kleidung, kleine Geschenke und für die Kinder Geld von den Älteren, das sogenannte Eidiya. Wer im Januar in Ägypten ist, merkt vielleicht auch in Cafés und Geschäften, dass an diesem Tag mehr Familien unterwegs sind als sonst.

Wie gefeiert wird, wenn man nicht Kopte ist

Das Fest findet auch über die Gemeinde hinaus Beachtung, nicht zuletzt, weil der 7. Januar ein landesweiter Feiertag ist. Ein freundlicher Gruß zum Fest, zum Beispiel mit einem herzlichen Kull sana wa enta tayyib, wird von koptischen Gastgebern bestimmt gern gehört.

Was Reisende wissen sollten

Wer um den 6. und 7. Januar in Ägypten ist, kann das Fest meist nur von außen miterleben, denn die Messen sind Gottesdienste und kein Touristenprogramm. Wer eine Kirche besuchen möchte, tut das respektvoll, mit bedeckten Schultern und Knien, und am besten in Absprache mit der Reiseleitung. Rund um den Feiertag sind viele Läden und Behörden geschlossen, Hotels, Restaurants und Ausflugsziele laufen dagegen normal weiter.

Eine Reise im Januar verbindet bei NT World Travel angenehme Temperaturen mit einem Einblick in die lebendigen Traditionen des Landes. Wir freuen uns, euch Ägypten auch von dieser Seite zu zeigen.

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