GESCHICHTE

Die Pharaonin von Luxor: Wie Hatschepsut Ägypten regierte

20. März 2025 · NT World Travel Redaktion

Die Pharaonin von Luxor: Wie Hatschepsut Ägypten regierte

Hatschepsut regierte vor über 3.400 Jahren als Frau über Ägypten. Wir erzählen von ihrem Aufstieg, ihrem Terrassentempel bei Luxor, den berühmten Punt Reliefs und davon, wie ihre Spuren ausgelöscht und wiederentdeckt wurden.

Am Fuß eines gewaltigen Felsmassivs bei Luxor liegt ein Tempel, der aussieht, als hätte ihn ein moderner Architekt entworfen. Drei lange Terrassen, helle Säulenhallen, dahinter steil aufragende Klippen: Der Totentempel von Deir el Bahari gehört zu den schönsten Bauwerken Ägyptens. Gebaut hat ihn eine Frau, die vor mehr als 3.400 Jahren etwas tat, was kaum jemand für möglich hielt. Sie wurde Pharao.

Vom Königinnenthron zur Krone

Hatschepsut war die Tochter von Thutmosis I. und heiratete als junges Mädchen ihren Halbbruder Thutmosis II. Als er um 1479 vor Christus starb, war sein Sohn Thutmosis III. noch ein Kleinkind. Hatschepsut übernahm zunächst die Regentschaft. Nach etwa sieben Jahren ließ sie sich selbst zum Pharao krönen und regierte als Mitkönigin neben ihrem Stiefsohn, der offiziell weiter auf dem Thron saß.

Warum sie das tat, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Früher galt sie als machthungrig, neuere Forschung vermutet eher, dass eine politische Krise sie zu diesem Schritt drängte, vielleicht auch, um den Thron für den jungen Thutmosis zu sichern. Um ihre Herrschaft zu rechtfertigen, berief sie sich darauf, dass bereits ihr Vater sie zur Nachfolgerin bestimmt habe. Auf manchen Bildern und Statuen trägt sie den Königsschurz und den falschen Bart, auf anderen erscheint sie in einem Frauenkleid. Sie starb vermutlich um 1458 vor Christus.

Ein Tempel wie ein Theater aus Stein

Ihr Totentempel entstand etwa zwischen dem siebten und dem zwanzigsten Jahr ihrer Herrschaft, die Pläne wurden dabei mehrfach angepasst. Wer genau ihn entworfen hat, ist nicht sicher. Oft wird ihr engster Vertrauter Senenmut genannt, der als Leiter der Bauvorhaben diente, möglich ist aber auch der Oberpriester des Amun, Hapuseneb. Fest steht: Das Ergebnis ist einzigartig. Der Tempel ist rund 270 Meter lang und erhebt sich auf drei Terrassen, die durch breite Rampen verbunden sind. Jede Terrasse ist mit Säulenhallen geschmückt, und der gesamte Bau fügt sich so in die Felswand dahinter, dass man kaum sagen kann, wo die Architektur endet und der Berg beginnt.

Ein Vorbild stand direkt nebenan: Der Tempel von Mentuhotep II., der rund sechshundert Jahre früher entstanden war. Hatschepsuts Baumeister griffen die Idee auf, machten daraus aber etwas Eigenes.

Reliefs, die Geschichten erzählen

Was den Tempel besonders macht, sind die Wandbilder. In der Säulenhalle der mittleren Terrasse ist eine Handelsreise ins Land Punt dargestellt. Die Schiffe kehren mit Weihrauchbäumen, Gold, Elfenbein, Ebenholz und anderen wertvollen Waren zurück. Wo Punt genau lag, wissen Forscher nicht sicher, häufig wird es im Gebiet des heutigen Eritrea vermutet. Die Reliefs gelten als eindrucksvolle Zeugnisse dafür, wie weit die ägyptische Handelswelt reichte.

Auf der anderen Seite zeigt eine Bilderfolge die göttliche Geburt Hatschepsuts. Sie sollte vermitteln, dass ihr Anspruch auf den Thron von den Göttern selbst gewollt war. Dazu kommen Kapellen für die Göttin Hathor und den schakalköpfigen Gott Anubis, die zu den schönsten Räumen der Anlage zählen.

Ausgelöscht und wiederentdeckt

Etwa zwanzig Jahre nach ihrem Tod ließ Thutmosis III. ihre Spuren an vielen Orten entfernen. Namen wurden aus den Wänden gemeißelt, Statuen zerschlagen. Warum, ist umstritten: Vielleicht wollte er die Erinnerung an eine herrschende Frau tilgen, vielleicht ging es auch darum, seine eigene Linie als Nachfolger zu festigen. Später kamen weitere Schäden durch Erdbeben und spätere Herrscher hinzu.

Lange blieb Hatschepsut deshalb weitgehend vergessen. Erst nachdem man die Hieroglyphen entziffern konnte, setzte sich das Bild ihrer Herrschaft allmählich wieder zusammen. 1903 fand Howard Carter einen leeren Sarkophag, den man ihr zuordnete. 2007 gab der damalige Chef der Altertümerverwaltung, Zahi Hawass, bekannt, dass eine Mumie aus dem Tal der Könige als Hatschepsut identifiziert worden sei. Entscheidend war ein Backenzahn, der in eine Lücke im Kiefer passte, dazu kamen DNA Vergleiche. Die Mumie ist heute im Ägyptischen Museum in Kairo zu sehen. Ganz unumstritten ist die Zuordnung in der Fachwelt allerdings nicht.

Wieder aufgebaut

Dass der Tempel heute so gut erhalten wirkt, ist auch das Verdienst vieler Restauratoren. Seit 1961 arbeitet dort ein polnisch ägyptisches Team, das Mauern sichert und fehlende Teile ergänzt. Die Arbeiten laufen bis heute und machen es möglich, dass Besucher immer mehr Bereiche der Anlage sehen können.

Besuch in Deir el Bahari

Der Tempel liegt auf der Westseite des Nils bei Luxor, nicht weit vom Tal der Könige. Am schönsten ist ein Besuch am frühen Morgen, wenn das Licht die Felsen golden färbt und die Hitze noch erträglich ist. Plant genug Zeit ein, denn die Wege über die Terrassen und Rampen sind länger, als es von unten aussieht. Hut, Sonnenschutz und Wasser gehören auf jeden Fall ins Gepäck.

Wer Hatschepsuts Tempel sehen möchte, ist bei NT World Travel genau richtig: Auf unseren Nilreisen führt der Weg regelmäßig nach Luxor, und mit etwas Glück erlebt ihr einen Morgen, an dem die Klippen von Deir el Bahari im ersten Licht leuchten.

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