Die SS Sudan ist ein historischer Raddampfer auf dem Nil, auf dem Agatha Christie 1933 reiste und der in zwei Verfilmungen von Tod auf dem Nil zu sehen war. Ein Schiff mit viel Geschichte.
Es gibt Schiffe, die nur Passagiere befördern, und es gibt Schiffe, die Geschichten erzählen. Die SS Sudan gehört eindeutig zur zweiten Sorte. Der historische Raddampfer fährt noch heute auf dem Nil und verbindet Nostalgie, Literaturgeschichte und Filmkulisse zu einem Schiff, das seinesgleichen sucht.
Ein Raddampfer aus der Zeit der ersten Nilreisen
Die Sudan wurde im schottischen Paisley bei der Werft Bow, McLachlan & Co gebaut. Bei der Jahreszahl sind die Quellen nicht ganz einig: Je nach Quelle wird 1885, 1915 oder 1921 genannt, möglicherweise war es auch ein Umbau zum Kreuzfahrtschiff. Sicher ist, dass die Sudan zur Flotte von Thomas Cook gehörte, jenem Unternehmen, das im 19. Jahrhundert die ersten Nilreisen für Touristen organisierte. Sie war, gemeinsam mit der Arabia, eines der größten Flussdampfschiffe dieser Flotte. Mit ihren Schaufelrädern an den Seiten und einer Länge von knapp 72 Metern sieht sie noch heute aus wie ein Schiff aus einer anderen Zeit.
Agatha Christie an Bord
Berühmt wurde die Sudan durch eine Reise im Jahr 1933. Damals war die Schriftstellerin Agatha Christie gemeinsam mit ihrem Ehemann an Bord. Die Fahrt auf dem Nil gilt als Inspiration für ihren berühmten Krimi Tod auf dem Nil, in dem Hercule Poirot an Bord eines Nildampfers einen Mord aufklärt. Wer heute auf dem Schiff steht und den Blick über den Fluss schweifen lässt, kann sich gut vorstellen, wie die Autorin hier ihre Handlung spann.
Auftritte auf der Leinwand
Auch das Kino hat die Sudan entdeckt. In der Verfilmung von 1978 mit Peter Ustinov als Hercule Poirot spielte das Schiff die Rolle der Karnak. Einige Innenszenen wurden an Bord gedreht, der damalige Zustand erlaubte allerdings keine Aufnahmen von außen. Zum zweiten Mal diente die Sudan 2004 als Drehort, als die Folge Tod auf dem Nil für die Serie Agatha Christie's Poirot mit David Suchet entstand. Auch dort wurden Szenen direkt an Bord aufgenommen.
Vom Verfall zur Rückkehr
Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Rückgang des Tourismus in Ägypten lag das Schiff viele Jahre still. Ende der 1990er Jahre drohte es zu verfallen. Im Jahr 2000 wurde die Sudan gekauft und gründlich restauriert, 2001 ging sie wieder in Dienst. Heute gehört sie der französischen Reisegesellschaft Voyageurs du Monde. Nach der Restaurierung fährt sie mit Dieselantrieb, ihr historischer Charme ist aber erhalten geblieben.
Wohnen wie in den 1930er Jahren
An Bord erwarten Gäste 23 Kabinen, darunter fünf Suiten. Jede Kabine öffnet sich auf das Promenadendeck, einige Zimmer haben noch ihre Originalmöbel aus dem 19. Jahrhundert. Dazu kommen ein Restaurant, eine Panoramabar und eine Lounge, in denen die Atmosphäre früherer Zeiten spürbar bleibt. Es geht weniger um modernen Luxus als um das Gefühl, wie die Nilreisenden vor hundert Jahren zu reisen: gemächlich, elegant und mit viel Zeit für den Blick auf den Fluss.
Ein Schiff als Zeitreise
Die Sudan ist ein lebendiges Stück Reisegeschichte. Sie zeigt, wie Nilreisen einmal begannen, bevor große moderne Schiffe das Bild des Flusses prägten. Für alle, die Agatha Christie lieben, Kreuzfahrtgeschichte spannend finden oder einfach etwas Besonderes suchen, ist sie ein Traum.
Ein wenig von diesem Zauber erlebt ihr auf jeder Nilreise: Mit NT World Travel gleitet ihr in Ruhe an Palmen, Feldern und Tempeln vorbei und genießt den Fluss, der schon Agatha Christie begeisterte.
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